Der Adivasi Widerstand gegen Landraub und Minenmultis

 

Seit merhr als 100 Jahren werden die indischen indigenen Gemeinschaften systematisch unterdrückt, entrechtet, enteignet und entmenschlicht. Auch die Unabhängigkeit von der britischen Kolonialmacht und sogar die ihnen in der indischen Verfassung garantierten Rechte haben die Situation nicht verändert. Im Gegenteil: Globalisierung und "India shining" (Der kapitalistische Mordernisierungsschub nach dem Zusammenbruch der Blockkonfrontation) beförderten die Landenteignung zum Nutzen kapitalistischer Profitmaximierung, juristisch legitimiert und befördert durch die Instrumentalisierung des indischen Staates. Der Widerstand der indigenen Bevölkerung Indiens formierte sich zunehmend in den vergangenen Jahrzehnten. Die Adivasi, wie sich die indigenen Ureinwohner Indiens selbst bezeichnen sind inzwischen die größte oppositionelle Bewegung Indiens.

Inhalt:

 

1. Stan Swamy - "It will be black desert"

Den Auftakt macht ein Gespräch zwischen dem Adivasi Aktivisten und Menschenrechtler Stan Swamy und dem Journalisten Michael Briefs. Swamy war jesuitischer Pater und 50 Jahre Unterstützer des Adivasi Widerstandes gegen Minenmultis. In dem Gespräch geht es um darum, wie genau das Vorgehen der Regierung und der multinationalen Konzerne bei der Landenteignung der Adivasi funktioniert, wie sich der friedliche Widerstand organisiert und welche Unterstützung indische und ausländische Aktivisten geben können. Stan Swamy starb am 5.7.2021 als ältester poltischer Gefangener Indiens mit 84 Jahren im Gefängnis von Bombay. Das Gespräch führte Michael Briefs 2004 im indischen Bundesstaat Jharkhand.

2./3./4. Bulu Imam - "Learn from us" / "We wiped out nine-tenth of civilasation" / "You have to give a real alternative"

Drei "takes" mit dem Philosophen, Umweltaktivisten und Menschenrechtler Bulu Imam. Zunächst spricht er über die Ursachen und im zweiten "take" über die konkreten Folgen der vom Weisten importierten Moderne unter anderem in Indien und China. Im letzten "take" beginnt er die Idee einer globalen Alternative zum westlichen Konzept der Moderne zu umreißen. Diese beruht auf Ablehnung moderner Entwicklungskonzepte, wie sie bis in die Gegenwart zum Nutzen globalisierter Eliten, unabhängig vom politischen System, vorangetrieben werden. DieseModerne ist eine "kanibalistische Moderne", deren Konsequenzen vorallem in den Ländern des Südens katastrophale Konsequenzen zeitigt. Durch sie wird aktiv die Auslöschung von kultureller und natürlicher Vielfalt betrieben. Der Klimawandel ist nur eine Konsequenz. Die globalen Folgen gefährden das Überleben der gesamten Menschheit. Das Gespräch wurde 2004 im Haus von Bulu Imam geführt.