Islam

Aspekte einer globalisierten Religion

Dies ist eine Sammlung von Gesprächen mit Wissenschaftlern, Kritikern und islamischen Intellektuellen. Die Themen sind so verschieden wie die Zeiten, in denen sie aufgezeichnet wurden. Manche Analysen haben dokumentarischen oder historischen Wert, andere sind bis heute aktuell.

Inhalt:

 

1. Uwe Halbach - Der Islam in Rußland

Uwe Halbach ist Wissenschaftler am  Deutschen Institut für Internationale Politik und Sicherheit in  Berlin. Halbach ist einer der wenigen deutschen Experten zu Fragen des Islam und Rußland. Dort ist der Islam die zweitgrößte religiöse Gemeinschaft. Der politische Islam spielt in Zentralasien, insbesondere im Kaukasus eine entscheidende politische Rolle.

2. Reinhard Schulze - Globalisierter Koran

Reinhard Schulze ist emeritierter Professor für Islamwissenscahft an der Universität Bern/Schweiz. Er erforscht die islamische Aufklärung im 18. und 19. Jahrhundert und hat einer modernen, mehr von wissenschaftlichen als von kolonialen Interessen geleiteten Erforschung islamischer Kultur, Geschichte und Religion den Weg bereitet.

3. Gudrun Krämer - Koran als Referenz

Gudrun Krämer emeritierter Professorin für Islamwissenscahft an der Freien Universität Berlin. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Islamismus und islamische politische Theorie. Sie hat zahlreiche Veröffentlichungen zum islamischen Antisemitrismus publiziert.

4. Christoph Luxenberg - Koran als Steinbruch

Christoph Luxenberg ist ein Pseuydonym eines Altsemitisten und Sprachforschers. Seit mehr als 20 Jahren untersucht er auf vergleichender philologischer Basis vorallem mit Hilfe des Aramäischen die Koransprache. Sein Buch "Die Syro-Aramäische Sprache des Koran" wurde weltweit rezipiert und führte, neben zum Teil heftigen Reaktionen, zu einer Neuausrichtung der Koranforschung.

5. Angelika Neuwirth - Koran als Text

Angelika Neuwirth ist emeritierte Professorin für Arabistik an der Freuen Universität Berlin. Schwerpunkte ihre Arbeit sind spätantike kulturvergleichende Diskuranalyse und die Erforschung des Koran als spätantike Textsammlung.

Dominanzkultur, Feminismus und Islam

 

Der emanzipatorische Feminismus ist in die Defensive geraten. Ursachen dafür mag es viele geben. Das ist zum einen die Widerauferstehung national-konservativer und neonazistischer Frauenbilder, wie sie in der AFD vertreten werden. Aber auch weithin publizierte  legalistische Frauenbilder, die ihre Erfüllung in Quoten von DAX Vorständen und gleichgeschlechtlicher Heirat finden, haben den Blick auf einen emanzipatorioschen Feminismus verstellt. Erlöst sich hier doch hauptsächlich für weisse, westliche und gut gebildete Frauen das gesellschaftlich-politische Versprechen auf Gleichberechtigung. Aber auch eigene Irrwege wurden beschritten. Da ist vor allem die Fortschreibung kolonialer Superiorität in öffentlichen Debatten, die sich hinter Positionen einer angeblichen "Aufgeklärtheit" versteckten. Führende Feministinnen erfüllten so, öffentlichkeitswirksam den gesamtgesellschaftlichen Hegemonialanspruch westlich-kapitalistischer Kulturen. Dies sowohl in die westlichen Gesellschaften hinein als auch gegenüber anderen nicht westlichen Kulturen. Und wird vorallem in den Debatten um den Islam und das Kopftuch deutlich. In unseren Gesprächen an dieser Stelle sollen Frauenrechtlerinnen zu Wort kommen, die selbstkritisch dem reaktionären und konservativen Feminismus emanzipatorische Analysen und Strategien entgegenhalten. Das sich diese auf eine emanzipatorische Gesellschaftvision insgesamt beziehen, versteht sich von selbst.

Inhalt:

1. Birgit Rommelspacher - Dominanzkulturen

Birgit Rommelspacher (†2015) war  Psychologin und Pädagogin. Sie arbeitete an der Alice Salomon Hochschule Berlin.  Schwerpunkte ihrer Arbeit waren Frauenforschung und Rechtsextremismus. In diesem Gespräch erläutert sie anhand der Wahrnehmung von Frauen im Islam durch westlichen Feminismus ihr Konzept von "Dominanzkulturen". (s. dazu auch das Buch "Dominanzkultur reloaded")

1. Nevim Cil - Ausgrenzungskulturen

Nevim Çil ist Politikwissenschafterin und Ethnologin.  Sie arbeitete in Projekten zu „Verwandtschaftskulturen“, „Repräsentationen sozialer Ordnung im Wandel“ und bei der „Arbeitsstelle Vielfalt“ der Justizbehörde Hamburg.
Seit 2012 ist sie Referentin im Arbeitsstab der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, Bundeskanzleramt.