• Christoph Burgmer

Audio: Zum Tod von Stan Swamy (05.07.2021)

Aktualisiert: vor 2 Tagen

"Once you have pushed the people to a wall, there is no further they can go. So you have to turn back and fight."


AUDIO INTERVIEW MIT STAN SWAMY (2004)


Als der Journalist Michael Briefs Stan Swamy im Jahr 2004 im indischen Bundesstaat Jharkhand traf, hatte er gerade auf dem Weltsozialforum in Bombay über die Landenteignung und Ausbeutung der indischen Adivasi einen Vortrag gehalten. Niemand konnte ahnen, dass gerade der Menschenrechtsaktivist und an Parkinson erkrankte Jesuitenpater Stan Swamy viele jahre später während eines Gefängnisaufenthalts in Bombay durch folterähnliche Haftbedingungen zu Tode gebracht wurde. Der regierenden nationalistisch-rassistischen Hindupartei BJP und ihrem wirtschaftliberalen populistischen Regierungschef Nerendra Modi war der 84jährige Stan Swamy schon immer ein Dorn im Auge. Über 50 Jahre begleitete und unterstützte der Jesuit den Widerstand der Ureinwohner gegen nationale und transnationale Minenmultis, die im Verbund mit hindunationalistischen Regierungen Andersdenkende, Oppositionelle, Minderheiten und Tribale Gemeinschaften systematisch kriminalisieren und ermorden. Am 9. Oktober 2020 wurde Swamy in Ranchi, der Hauptstadt Jharkhands unter dem Vorwurf der Volksverhetzung, der maoistischen Propaganda und des Terrorismus festgenommen. Sein Tod ist beredtes Zeugnis für den desolaten Zustand der Menschenrechte nach Jahren nationalistischer und hinduistischer Propaganda in der größten Demokratie der Welt, in Indien.